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ÖKOLOGISCHE HARMONIE

Annahme 3: Es ließe sich keine Tierart an der Spitze der Nahrungspyramide am Übergang von Land und Wasser finden oder erdenken, die die relativ schwächeren Tiere ihres Lebensraumes weniger in deren freien Entfaltung stört oder sie sonstwie schädigt als das Leistenkrokodil.

Nachweisführung zur Annahme 3

In der nun folgenden Nachweisführung wird erkennbar werden, dass die Leistenkrokodile praktisch gegenüber dem gesamten sie umgebenden Ökosystem so wirken, dass die anderen dortigen Lebewesen dadurch so geringfügig wie irgend möglich gestört werden. Und darüber hinaus gehend wird sich zeigen, dass ihre Wirkungen sogar in verschiedener Hinsicht positiv verlaufen, ihre Anwesenheit also den anderen Lebewesen Nutzen hinsichtlich derer freien Entfaltung bringt.

Vor der konkreten Beweisführung ist mal wieder eine Klarstellung angebracht: Praktisch alles, was der ohne eigene Erfahrung ausgestattete Medienkonsument über die Außenwirkung der Salzwasserkrokodile zu wissen glaubt, gibt es in der Wirklichkeit so entweder gar nicht oder aber nur zu einem weit gegen null gehenden Anteil des Gesamtgeschehens. Wenn also auf Bildern in Magazinen springende (dazu angefütterte) Krokodile mit aufgerissenem Maul gezeigt werden oder auch in entsprechend ausgewählten Filmsequenzen der Eindruck vermittelt wird, diese Reptilien seien ständig in auffälliger Weise “in Action”, so ist dies praktisch das Gegenteil von dem, was sich in der Realität beobachten lässt - oder besser gesagt nicht beobachten lässt.

In der alltäglichen Realität sind die Salzwasserkrokodile so extrem unauffällig, ruhig und zurückhaltend, dass ein Mensch ohne Sensibilisierung sie meist selbst dann nicht wahrnimmt, wenn er sich bereits über Tage hinweg in ihrer Nähe befindet und sogar von ihnen beobachtet wird. Um diese extreme Unauffälligkeit etwas begreifbar zu machen, kann man hilfsweise das Bild unten betrachten und sich vorstellen, dass dies nach Wochen im Lebensraum der Krokodile die erste wahrgenommene Begegnung ist.

Bis auf das Gezirpse der Grillen und etwas Wind in den Bäumen ist alles still. Plötzlich entdeckt man das Krokodil zufällig im Schatten eines Baumes (Bildmitte). Aber genauso plötzlich und still taucht es sogleich ab und man fragt sich, ob das jetzt doch eher ein Stück Holz war oder irgend etwas anderes. In etwa so würde die erste Sichtung auch in der Praxis zumeist ablaufen.


Der erste Teil der konkreten Nachweisführung zur Annahme 3 benötigt keine Vorstellungskraft, weil es insbesondere um anatomische Merkmale geht, die gut beweisbar auf die Herstellung einer extremen Unauffälligkeit ausgerichtet sind. Vorab ist hier nun folgendes zu beachten: Die Frage, ob die Ausrichtung hin zur extremen Unauffälligkeit ihre Zwecke in der Tarnung gegenüber Feinden und Beute hat, spielt für die Überprüfung der Annahme 3 keine Rolle. Es geht jetzt hier nur darum, ob die Aussage zutrifft oder ob sie eben nicht zutrifft. Und die größtmögliche Unauffälligkeit wirkt eben - im rein mechanischen Sinne - hin zu einer geringstmöglichen Störung der anderen Lebewesen. Es ist also wieder besonders wichtig, eine rein mechanische Betrachtungsweise einzuhalten.

Was nun die grundsätzliche Beweiskraft der anatomischen Merkmale angeht, so liegt diese zunächst darin, dass, wenn es stimmt, dass die Krokodilform sich über viele Millionen Jahre stets auf eine geringst mögliche Störung ihrer gesamten Umwelt ausgerichtet hat, sich dies ganz besonders auch in den körperlichen Details sehr deutlich manifestiert haben muss. Alles andere würde keinen logischen Sinn ergeben. Es müsste eigentlich sogar so sein, dass sich das quasi evolutionäre Bestreben hin zur Unauffälligkeit und somit Störungsarmut in irgendeiner Weise an allen Details der Physis nachweisen lässt.

Und tatsächlich ist es genau so, was ich nun begleitet von eigenen Fotografien beispielhaft zu drei bestimmten anatomischen Feldern aufzeigen werde:

1. Die Anatomie des Kopfes

Die nähere Betrachtung des Schädels eines im Wasser liegenden Salzwasserkrokodils macht bereits gut erkennbar, wie weitreichend und in geradezu perfekter Weise sich diese Tiere im Laufe der Evolution in die Richtung der größtmöglichen Unauffälligkeit entwickelt haben. Die folgende Nahaufnahme ist übrigens authentisch, sie ist nicht etwa in einem Zoo entstanden, sondern bei einem zufälligen Aufeinandertreffen, während ich mich oberhalb der Böschung eines Creeks befand. Das Bild zeigt deutlich, mit welch einer enormem Präzision sich Nase und Augenpartie über die Evolution herausgebildet haben, um bei ansonsten untergetauchtem und bewegungslosem Körper bestmöglich alles wahrnehmen und beobachten zu können, was sich über der Wasseroberfläche abspielt.

Gut erkennbar befindet sich die Wasseroberfläche millimetergenau um das kleine Nasenplateau sowie entlang der Kante des - hier hilfsweise so genannten - unteren Augenlids. Soweit die ebenfalls über der Wasseroberfläche befindliche sogenannte Leiste (daher der Name Leistenkrokodil) hinter den Augen der weit annähernd absoluten Unauffällig gegenläufig scheint, so kann davon ausgegangen werden, dass dies nicht zutrifft. Nach meiner Einschätzung handelt es sich um ein anatomisches und mit feinen Sinnesnerven ausgestattetes Organ, das der präzisen Justierung und somit möglichst vollkommenen Ruhehaltung an der Wasseroberfläche dient. Wie sich hier erkennen lässt, liegt diese Leiste oder vielleicht besser “Platte” genau so über der Wasseroberfläche, dass die Ränder rundherum ganz leicht darüber reichen.

Soweit nun noch der Einwand möglich wäre, dass es ja nur um das geringstmögliche Stören oberhalb der Wasseroberfläche geht, so wird dies mit dem übernächsten Feld der Bewegungsabläufe im Wasser wieder eingeholt. Jetzt geht es erstmal um die Unauffälligkeit ganz abseits des Wassers, also auf dem Land.

2. Die Tarnung der Körperoberfläche

Genauso wie bei der Anatomie des Kopfes der Salzwasserkrokodile hat sich auch die Färbung und das Muster ihrer Körperoberfläche im optischen Sinne hin zu einer größtmöglichen Unauffälligkeit ausgerichtet. Bei den auf den ersten Seiten gezeigten Exemplaren an blanken Stränden ist dies nicht erkennbar. Aber dort, wo es im Sinne der Störungsarmut besonders drauf ankommt, nämlich an den Ufern der tropischen Binnengewässer, die den Lebensraum zahlreicher anderer Tiere bilden, tritt auch diese Eigenschaft wieder auf extreme Weise hervor.

In der Praxis entsteht mitunter der Eindruck, als würden die Krokodile quasi mit der Umgebung regelrecht verschmelzen. Mir ist es selbst mehrmals passiert, dass ich mich am Ufer kleiner Creeks nur etwa ein oder zwei Dutzend Meter vor einem großen Krokodil befand und meine Augen es auch erfassten, ich es aber trotzdem nicht erkannte. Das Erkennen passierte erst, wenn sich das von mir gestörte Reptil dann plötzlich aus der Ruheposition aufrichtete und ins Wasser glitt. Dass ich hier zwei Bilder zeige, dient der Verdeutlichung des Nachweises. Es wird sichtbar, dass die Tarnung bei Bewölkung (oben), als auch bei Sonnenschein funktioniert.

Muster und Färbung der Körperoberfläche sind präzise so ausgerichtet, dass sie einerseits den hauptsächlichen Farbtönen der Uferzonen als auch der Scheckung etwa durch das Laub auf dem Boden sowie den Schattenwürfen der Äste entsprechen. Die Bilder dürften hinreichend zeigen, dass eine Steigerung hinsichtlich der Unauffälligkeit praktisch nicht mehr möglich wäre. Und da dies also nun gleichermaßen für die Atomie des Kopfes als auch für die Körperoberfläche bewiesen ist, entsteht bereits genügend Substanz für die Folgerung, dass sich tatsächlich alle anderen Eigenschaften genauso ausgerichtet haben müssten.

3. Die turbulenzarmen Bewegungen

Nun wird es um die extreme Unauffälligkeit der Salzwasserkrokodile im Wasser durch - in Anbetracht der Körpermasse - nicht mehr reduzierbare Turbulenzen während ihrer Bewegungen im Wasser gehen. Vorab ist hier anzumerken, dass sich die Gestaltung der Körperoberfläche auch schon alleine dadurch zur Nachweisführung heranziehen ließe, dass die unterhalb der Wasseroberfläche befindlichen Anteile des bewegungslos gehalteten Körpers sich kaum etwa von einem im Wasser liegenden Baumstamm unterscheiden. Und meistens verhalten sich die Krokokodile sehr ruhig oder völlig bewegungslos. Aber auch wenn sie sich dann bewegen, wird eine extreme Ausrichtung hin zur maximal möglichen Störungsarmmut deutlich erkennbar. Das folgende Bild habe ich aufgenommen, während sich das Krokodil recht zügig an einer fast spiegelglatten Wasseroberfläche fortbewegte. Dabei entstehen fast keine erkennbaren “Bugwellen”. Bei der direkten Beobachtung scheint es mitunter, dass dieses fast turbulenzfreie und völlig stille Dahingleiten mit Blick auf die Größe des Körpers gar nicht mit den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Strömungsverläufe zusammenpasst.

Selbstverständlich passt es aber nicht nur mit diesen Gesetzmäßigkeiten zusammen, sondern Anatomie und Bewegungsmuster sind sogar mit extrem hoher Präzision an sie angepasst - um eben die maximale Unauffälligkeit zu erreichen. Dokumentationen anderer Forscher haben auch gezeigt, dass diese Tiere sich sogar wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche bewegen können, ohne dass dabei an der Oberfläche irgendwelche erkennbaren Turbulenzen entstehen.

Das Auf- und Abtauchen wiederum passiert ebenfalls so vorsichtig, dass zumeist keine erkennbaren Wellen sichtbar werden, was ich selbst vielfältig bezeugen konnte. Wer das Dahingleiten oder das Auf- und Abtauchen eines freien Salzwasserkrokodiles in einem ruhigen Gewässer mit spiegelglatter Wasseroberfläche beobachtet, der erkennt mit großer Deutlichkeit, dass auch diese Eigenschaften der extremen Störungsarmut sich - so wie die Anatomie des Kopfes oder die Tarnung der Körperoberfläche - in der Hinsicht der Annahme bei einer solch massigen Lebensform ebenfalls nicht mehr verbessern ließen.


Anhand der drei Beispiele zur physischen Ausrichtung der Wirkungen im Wasser, am Land und zwischen den Elementen, dürfte der Gesamtnachweis entsprechend der Annahme 3 schon weitgehend erbracht sein. Es gibt aber auch solche grundlegenden Eigenschaften, deren Betrachtung zur Stabilisierung der Nachweisführung beitragen, die ausschließlich das Verhalten der Leistenkrokodile betreffen. Das folgende entsprechende Beispiel ist etwas schwerer darstellbar. Die Effekte sind aber in der Wirklichkeit erneut sehr auffällig und wenigstens in Ansätzen lassen sie sich fotografisch untermauern.

Die Friedlichkeit der Leistenkrokodile

Die oben aufgezeigten Faktoren der geringstmöglichen Störung der Umwelt durch die Salzwasserkrokodile gründen im Wesentlichen auf anatomischen Eigenschaften. Aber als ich genug Erfahrungen gesammelt hatte, um die Krokodile auch selbst unauffällig dort zu beobachten, wo diese Eigenschaften hinsichtlich der aktuellen Situation keine Rolle spielten, fiel mir ebenfalls mit großer Deutlichkeit eine Wirkung auf, die das gesamte Verhalten des Salzwasserkrokodiles über den größten Teil seines Tagesablaufes bestimmt.

Und zwar wirken diese Tiere dabei auf eine Weise, für die es kaum ein besseres Wort geben dürfte, als die "Friedlichkeit". Ihre Ausstrahlung ist die einer tiefen Ruhe und Gelassenheit, die auch unabhängig von der Anatomie Teil des Wesens zu sein scheint.

Es lässt sich beobachten, dass auch das Verhalten der anderen Tiere in der näheren Umgebung von nicht bei der Jagd befindlichen Krokodilen in deutlicher Entspannung und Ruhe verläuft. Vögel kommen herbei und setzen sich sogar auf die riesigen Reptilien oder laufen vor ihnen herum, weil sie offenbar erkennen, das diese jetzt in keinster Weise beabsichtigen, aus irgendwelchen Gründen anzugreifen. Da diese Eigenschaften der Friedlichkeit und der Ausstrahlung einer tiefen Ruhe den Großteil seines Alltages abdeckt, sind sie ein weiterer großer Puzzlestein zur Vervollständigung des Bildes der möglichst störungsarmen Gesamtwirkung des Leistenkrokodiles.

Und nun bleibt ja schon kaum noch etwas übrig, das überhaupt in irgendeiner Weise gegen die Annahme 3 zu verlaufen mag. Man wird also bei einer mechnischen Reflexion schon jetzt keinen schlüssigen und sachlich korrekten Einwand gegen die Richtigkeit der Annahme 3 finden. Die einzige diesbezüglich sehr bekannte Wirkung wäre noch jene des Vorganges der Erbeutung bei der Nahrungsbeschaffung. Dass dabei eine Schädigung oder Störung anderer Lebewesen entsteht, ist tatsächlich für die Spitze der Nahrungspyramide unumgänglich.

Aber wie sich in der Nachweisführung zur Annahme 4 zeigen wird, setzt sich all das, was bisher bezüglich der Ausrichtung hin zur geringstmöglichen Störung der anderen Lebensformen erkennbar wurde, sogar in diesen Bereich fort.

Zuvor möchte ich nun allerdings der hiesigen Nachweisführung zur Annahme 3 noch die Betrachtung weitergehender Eigenschaften hinzufügen, durch welche sich die Wirkung der großen Krokodile über die geringstmögliche Störung der schwächeren Lebensformen hinaus bis in deutlich positive Effekte hinein erweitert. Das heißt also, dass sie die bestmögliche freie Entfaltung der anderen Wesen ihres Lebensraumes nicht nur so geringfügig wie irgend möglich einschränken, sondern sie sogar befördern und schützen.

Das Leistenkrokodil als "Gesundheitspolizei"

Sehr weitreichende positive Effekte auf die freie Existenz der anderen Tiere ergeben sich bereits durch die ökologische Rolle der Krokodile als “Gesundheitspolizei”. Dies passiert quasi automatisch, weil sie solche Beutetiere, die krank oder verletzt sind, am leichtesten erlangen können. Durch deren zügige Erbeutung beenden sie das Leid der kranken Tiere und stoppen die Ansteckung weiterer Artgenossen. In den 1960er Jahren gab es eine passende Beobachtung aus Südamerika, bei der es um die dortige Krokodilarten der Kaimane ging. Lokale Fischer sorgten sich um den Fischbestand und rotteteten die Reptilien innerhalb weniger Jahre weitestgehend aus. Aber als die Krokodile weg waren, da brachen plötzlich auch die Fischbestände weitestgehend zusammen und viele Fischer wurden erwerbslos.

Erst als die Kaimane in den 1970er Jahren unter strengen Naturschutz gestellt wurden und die Populationen sich wieder erholten, gab es bald wieder so viele Fische wie früher. Die Lösung des Rätsels lag darin, dass die Kaimane automatisch dafür gesorgt hatten, dass kranke Fische sehr schnell verschwanden. Mit dem Wegfall dieser wahrscheinlich schon seit Jahrmillionen funktionierenden "Gesundheitspolizei" gerieten deren Spezies unter einen starken parasitären Druck und konnten diesem nicht standhalten.

Diese Wirkungen als "Gesundheitspolizei" wurden auch zu den Leistenkrokodilen vielfältig beschrieben, wobei sie auch noch als sehr effektive Entsorger selbst großer Kadaver gelten und somit die Gewässer besonders rein halten. Auch bei anderen räuberischen Spitzen der Nahrungspyramiden, wie etwa den Haien, sind diese Effekte sehr leicht erkennbar und nachvollziehbar. Aber das nun folgend präsentierte Beispiel einer ganz anderen positiven Wirkung der Leistenkrokodile wurde nach meinem Wissen noch nie thematisiert oder gar dokumentiert.

Das Leistenkrokodil als Beschützer des ökologischen Gefüges

Nun werde ich die bisherigen Darlegungen zur Annahme 3 durch etwas ergänzen, das zunächst unglaublich klingen mag. Und zwar sind diese Reptilien auch noch so etwas wie ein – ebenfalls wieder indirekt – aktiver und äußerst effektiver Beschützer der schwächeren Lebensformen ihrer Umwelt. Diese Wirkung entsteht dadurch, dass sie die einzigen sind, die sich aktiv und sehr gezielt starken und auf das Gesamtgefüge schädlich wirkenden Eindringlingen entgegenstellen, um sie daraus zu vertreiben.

Ich habe dies dadurch ganz praktisch erfahren, dass ich selbst genau die Position eines solchen schädlichen Eindringlings innehatte. Zwar bin ich mit einem Seekajak und als einzelner Mensch im Vergleich etwa zu einem Motorboot oder einer Gruppe von Leuten relativ leise und ruhig. Aber meine tatsächliche Wirkung in Gebieten, in denen sich keinerlei Menschen aufhalten, war wohl immer die eines sehr unpassenden und furchterregenden Störers. Und viele Male passierte es, dass mich einzelne Salzwasserkrokodile mit komplexen „Psychospielen“ gezielt dazu veranlassten, den jeweiligen Platz schnellstmöglich wieder zu verlassen und mich weit davon zu entfernen. Die beiden Bilder hier zeigen das Grundmuster der Warnzeremonien. Um sie zu richtig zu verstehen, muss man sich folgende Situation vorstellen: Man ist gerade einem Strand angekommen, um dort nun ein Lager aufzuschlagen und sich gewissermaßen auszubreiten, also den Platz zu besetzen. Aber kurz nach der Ankunft, während das Lager noch gar nicht aufgeschlagen ist, taucht plötzlich so ein großes Krokodil an der Wasseroberfläche direkt vorm Strand auf und hebt seinen Kopf und die stark angespannte hintere Schwanzpartie aus dem Wasser.

Obwohl diese Warnzeremonien - die ich in meinem Buch “Die verdrängten Gesetze der belebten Natur” ausführlich beschrieben habe - rein passiv sind, lässt es sich sehr deutlich spüren, dass man selbst der Adressat einer Warnung ist und von dem Krokodil mit höchster Konzentration fixiert wird. Das Lagern an dem Platz ist von da an kein Thema mehr. Es geht nur noch darum, aus der Sache herauszukommen, um die offensichtlich sehr gezielt hervorgerufene eigene Beunruhigung zu beenden.

Wenn ich mich dann also - oft unter immenser Furcht - davon gemacht hatte, um zumindest ein paar Kilometer entfernt einen anderen Lagerplatz zu suchen, dann hatten all die vielen Wallabys, Possums, Schlangen, Vögel und andere Tiere, die ich durch mein Erscheinen gestört, gestresst und verängstigt hatte, wieder ihre Ruhe.

Und sie hatten dies eindeutig dem gegenüber ihnen selbst so friedlichen und ruhigen Salzwasserkrokodil zu verdanken. Ihre Welt war nun wieder in Ordnung. Und auch das große Krokodil begab sich wieder gemächlich zu einem gemütlichen Platz in der Sonne, um dort in Frieden seine im ökologischen Gefüge so extrem harmonische Existenz zu genießen.

Auch die Annahme 3 dürfte nun bei Weitem hinreichend bestätigt sein. In der Gesamtheit ergibt sich durch die mechanische Analyse der anatomischen Merkmale und des Verhaltens der Leistenkrokodile ein geschlossenes Bild, das rundherum auf eine geringst mögliche Störung der anderen Lebensformen des umgebenden Ökosystems hinausläuft. Und mit den gezeigten positiven Effekten wird sogar eine deutlich zugunsten der freien Entfaltung der anderen Tiere verlaufende Gesamtwirkung erkennbar. Die einzige vermeintliche Lücke in diesem Bild, die jetzt überhaupt noch als sachliches Gegenargument möglich wäre, ist die Nahrungsbeschaffung. Diese wird nun in der nächsten Nachweisführung beleuchtet.

> Weiter zur Nachweisführung der Annahme 4