Das Leistenkrokodil als Spiegel unbeschriebener Naturgesetze

von Steffen Pichler

Das Leistenkrokodil als Spiegel unbeschriebener Naturgesetze

Die Beobachtung des Leistenkrokodils lässt fundamentale ökologische Zusammenhänge von größter Bedeutung erkennen, die in den zivilisatorischen Naturwissenschaften keine Beachtung finden. Die folgende Dokumentation wird zeigen, dass die Wirkungen dieser größten Reptilien der Erde auf die freie Entfaltung der anderen Lebewesen ihrer Umwelt so wenig störend und schädigend sind, dass sich dies für einen absoluten Spitzenprädator nicht weiter reduzieren ließe. Das Phänomen ist so ausgeprägt, dass es unmöglich auf Zufällen beruhen kann. Das Leistenkrokodil wird so zum Spiegel unbeschriebener Naturgesetze.

WICHTIGE VORBEMERKUNG

Zur Vermeidung von Missverständnissen ist folgende Vorbemerkung angebracht: Es geht nicht darum, dass die Krokodile ihre Störungsarmut gegenüber den anderen Lebewesen im Sinne einer kognitiv erzeugten oder sonstigen individuellen Absicht hervorbringen. Sondern die Ausrichtung der Merkmale ihrer Physis und ihres Verhaltens ist über eine millionenjährige evolutionäre Selektion entstanden. Genau dadurch werden sie aber zu einem Nachweis grundlegender Ordungen und Gesetzmäßigkeiten, die in der Gesamtstruktur der belebten Natur vorhanden sind. Hilfsweise lässt sich ein Vergleich mit den Wirkungen der Gesetzmäßigkeiten rund um die Gravitation heranziehen: Dass die Himmelskörper wie Planeten und Sonnen sich regelmäßig in Richtung einer absoluten Rundheit formen, liegt ja auch nicht an einer ihnen innewohnenden “Absicht”, sondern daran, dass eine größer werdende Menge sich anziehender Atome durch die Naturgesetze der Gravitation stetig in Richtung des Mittelpunktes der Gesamtmasse “strebt”.

Sehr großes und sichtbar altes Leistenkrokodil an der Meeresoberfläche.

Das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus), auch Salzwasserkrokodil genannt, hat sich also über die Evolution so ausgerichtet, dass es hinsichtlich seiner Einflüsse auf die Umwelt die geringstmöglichen Störungen verursacht und somit die anderen Lebewesen so weit wie irgend möglich buchstäblich “in Frieden” lässt. Und dieses über die Evolution entstandene, sehr deutliche Bestreben setzt sich sogar bis zur Erlangung der Beute fort: Diese erfolgt zumeist so blitzartig schnell und überraschend, dass sich das dabei erzeugte Leid praktisch ebenfalls nicht weiter reduzieren ließe.

Mit der Bestätigung dieser Behauptungen wird das größte Reptil des Planeten also zu einem stabilen Nachweis grundlegender natürlicher Ordnungen, an die es sich in den vielen Millionen Jahren seiner Entwicklungsgeschichte erfolgreich angepasst hat und die sich dadurch quasi in ihm widerspiegeln. Die Frage, warum die Naturwissenschaften der Zivilisation solche äußerst wichtigen Teile der beobachtbaren Welt übersehen haben sollten, lässt sich mit einem Blick auf die Wirkungen des zivilisatorischen Systems auf die schwächeren Lebensformen leicht beantworten: Diese laufen den besagten Gesetzmäßigkeiten diametral zuwider.

Während die Beute des Krokodils bis zum schnellen und überraschenden Sterben ein Leben in Freiheit führt, existieren die “Nutztiere” des heutigen Menschen in einer praktisch nicht mehr steigerbaren Form der lebenslangen Unfreiheit. Und um diese Widernatürlichkeit nicht als solche wahrnehmen zu müssen, wurden die besagten Gesetzmäßigkeiten verdrängt und somit auch die realen Wirkungen der Krokodile nicht erkannt.

Das System unserer Zivilisation mitsamt seinen Naturwissenschaften hat somit auf das Erkennen der wichtigsten Teile der realen Natur verzichtet und sich ein stark verstümmeltes Weltbild zugelegt, weil sonst die eigene Widernatürlichkeit sichtbar geworden wäre. Dabei ist – wie die millionenjährige, äußerst erfolgreiche Geschichte der Lebensform Krokodil beweist – die Anpassung an die natürlichen Ordnungen entscheidend für die eigene nachhaltige Überlebensfähigkeit. Und umgekehrt muss es demnach genauso sein.

Die Verdrängung und zunehmend intensivierte Ausrichtung gegen die besagten Gesetzmäßigkeiten müsste also automatisch und beschleunigend in Richtung der Überlebensunfähigkeit führen – was die Menschheit aktuell sogar selbst gut beweist. Dieser Aspekt rund um die Zivilisation wird jetzt aber nicht weiter behandelt, sondern folgend geht es nur um die Nachweisführung anhand der Leistenkrokodile. Wer sich für die gößeren Zusammenhänge interessiert, findet ausführliche Beschreibungen auf der Webseite www.der-goldene-frühling.de oder in meinen Büchern “Die verdrängten Gesetze der belebten Natur” und “Der Goldene Frühling”.


Seekajak

Alle auf dieser Webseite gezeigten Fotografien von Krokodilen und die praktischen Beobachtungen sind während insgesamt anderthalb Jahren des Aufenthaltes mit einem Seekajak an der über etwa 1000 Kilometer menschenleeren Nordostküste Australiens nördlich von Cooktown entstanden. Die Bilder zeigen deshalb ausschließlich freie Salzwasserkrokodile direkt an der Küste (Es gibt nirgends mehr Fotografien großer Salzwasserkrokodile direkt im oder am Meer als hier). Sie befanden sich also weder in Gefangenschaft noch waren sie durch Anfütterung manipuliert. Dies ist von zentraler Bedeutung. Denn tatsächlich ist es so, dass die riesigen Reptilen gewissermaßen erst dann ihre Geheimnisse verraten, wenn sie selbst ihr gesamtes Wesen frei entfalten können. Die Fotos sind nicht hochauflösend, weil ich nur Platz für eine kleine Kompaktkamera hatte. Dafür aber kommen sie von dort her, wo keinerlei Straßen und Häuser existieren und sich kaum ein Mensch je hinbegibt. (s. weitere Infos zu den Aufenthalten hier)


Vier beweisbare Extreme der Leistenkrokodile lassen die Funktion als Spiegel unbeschriebener Naturgesetze klar und deutlich hervortreten

Das, um was es grundsätzlich gehen wird, lässt sich also nun zur Verdeutlichung noch einmal wie folgt zusammenfassen: Die Salzwasserkrokodile sind zwar einerseits die stärksten und in evolutionärer Hinsicht erfolgreichsten Prädatoren ihres Lebensraumes. Sie befinden sich dort mit weitem Abstand an der absoluten Spitze der Nahrungspyramide und töten somit zum Zwecke der Nahrungsbeschaffung andere Tiere. Gleichzeitig aber ließe sich keine alternative Spitze dieser (immer vorhandenen und wie ein Generator der Vielfalt des Ökosystems wirkende) Nahrungspyramide finden oder auch nur erdenken, die die schwächeren Tiere ihrer Umwelt – einschließlich der Beute – weniger in deren freier Entfaltung stört oder sie sonstwie schädigt.

Das Zusammentreffen der so gegensätzlich erscheinenden Extreme beruht nicht auf Zufall, sondern auf einer sehr erfolgreichen evolutionären Anpassung an grundlegende natürliche Gesetzmäßigkeiten. Und beim tieferen Blick in die Mechanismen der ökologischen Gefüge wird ersichtlich, dass genau diese Naturgesetze sogar seit jeher das gesamte Leben auf dem Planeten Erde ordnen.

Um systematisch nachzuweisen, wie das Leistenkrokodil als Spiegel unbeschriebener Naturgesetze funktioniert, stelle ich jetzt vier konkrete Annahmen in den Raum. Über die erkennbaren Links oder direkt über das Menü oben sind ausführliche Vertiefungen zu den jeweiligen Themenfeldern erreichbar. Sehr wichtig ist es, beim Lesen eine nüchterne und quasi mechanische Betrachtungsweise einzunehmen. Es geht nicht im Geringsten um irgendetwas Spirituelles oder Esoterisches, sondern tatsächlich um konkret beschreibbare Mechanismen der Natur, so wie man sie auch etwa von der Gravitation oder dem Elektromagnetismus kennt. Hier also die vier Annahmen zu den Extremen der Leistenkrokodile:

1. Das Leistenkrokodil ist in seinem Lebensraum der Übergangszone zwischen Land und Wasser sowohl hinsichtlich der physischen Stärke als auch der maximalen Größe der potenziellen Beuteorganismen die absolute Spitze der ökologischen Nahrungspyramide. ( s. Nahrungspyramide)

2. Im Sinne der Lebensform halten das Leistenkrokodil und ähnliche Verwandte die Position an der absoluten Spitze der Nahrungspyramide im Lebensraum des Überganges von Land und Wasser seit so langer Zeit, wie es keiner anderen Lebensform in annähernder Weise gelungen ist. (s. Evolution)

3. Es ließe sich keine Tierart an der Spitze der Nahrungspyramide am Übergang von Land und Wasser finden oder erdenken, die die relativ schwächeren Tiere ihres Lebensraumes weniger in deren freien Entfaltung stört oder sie sonstwie schädigt als das Leistenkrokodil. (s. Ökologische Harmonie)

4. Es ließe sich keine Tierart an dieser Spitze der Nahrungspyramide finden oder erdenken, die auch ihren potenziellen und ihren tatsächlich erlangten Beutetieren weniger Schaden zufügt und sie weniger in ihrer freien Entfaltung einschränkt als das Leistenkrokodil. (s. Jagdverhalten)

Durch die Bestätigung der vier Annahmen wird eine Symbiose zwischen dem Leistenkrokodil und seiner gesamten Umwelt erkennbar

Die Richtigkeit der vier Annahmen würde also bedeuten, dass ausgerechnet die physisch stärkste und gleichzeitig beständigste Lebensform an der absoluten Spitze der Nahrungspyramide die schwächeren Tiere ihres Lebensraumes so geringfügig wie nur irgend möglich in ihrer freien Entfaltung stört oder sonstwie schädigt. Die Nachweisführungen werden zeigen, dass sich dies auf vielerlei Merkmale der Anatomie und der Verhaltensmuster zurückführen lässt, welche sich in den evolutionären Prozessen herausgebildet haben.

Dabei geht es um extreme Anpassungen hin zur Ruhe und Unauffälligkeit bis hin zur nicht mehr steigerbaren Überraschung und Schnelligkeit der Erbeutungsprozesse, wodurch bei den Beutetieren das geringstmögliche, oft faktisch gar nicht mehr vorhandene Leid entsteht. Und schließlich wird sich das ganze Phänomen als eine von der absoluten Spitze der Nahrungspyramide im evolutionären Sinne “initiierte” Symbiose erweisen, deren Wechselwirkungen zum gegenseitigen Vorteil und Nutzen zwischen dem Salzwasserkrokodil und seinem gesamten umgebenden Lebensraum verlaufen.

Es wird um eine Form der Symbiose gehen, deren Rahmen alles übertrifft, was diesbezüglich bisher in den ökologischen Wissenschaften beschrieben wurde. Die meisten Beschreibungen von Mutualismen bis zu obligatorischen Symbiosen handeln nur von spezifischen Wechselwirkungen zwischen jeweils zweien oder einigen wenigen Arten zum gegenseitigen Nutzen.

Im kollektiven Weltbild der Menschheit sitzt sogar die vermeintliche Gewissheit fest, dass die Natur einem Chaos gleicht, in dem jene Organismen am erfolgreichsten bestehen, die sich – sowohl auf den evolutionären als auch den bestehenden Ebenen – möglichst “rücksichtslos” durchsetzen. Mit dem Beweis der vier Annahmen wäre dies widerlegt und – jedenfalls in den tieferen Strukturen des ökologischen Gefüges – sogar das Gegenteil erkennbar.

Logische Folgeschritte der Nachweisführung anhand der Salzwasserkrokodile müssten solche sein, die die Wirkungen der bisher unbeschriebenen Naturgesetze über das gesamte Ökosystem aufschlüsseln. Denn das Leistenkrokodil als Spiegel unbeschriebener Naturgesetze kann kann eigentlich nur so etwas wie eine besonders hochgradige Zuspitzung des Zusammenhanges sein, wodurch die Wirkungen der Gesetzmäßigkeiten eben besonders klar erkennbar werden.

Tatsächlich ließe sich das anhand der Salzwasserkrokodile erkennbare Schema bei anderen Top-Prädatoren – wenn auch etwas aufwändiger – ebenfalls gut aufzeigen, also etwa bei den Haien, Tigern oder Adlern.

Hier geht es nun zum ersten Teil der Nachweisführung zum Leistenkrokodil als Spiegel unbeschriebener Naturgesetze:

1. Das Leistenkrokodil ist in seinem Lebensraum der Übergangszone zwischen Land und Wasser sowohl hinsichtlich der physischen Stärke als auch der maximalen Größe der potenziellen Beuteorganismen die absolute Spitze der ökologischen Nahrungspyramide.

Leistenkrokodil an glatter Wasseroberfläche